Eröffnung des neuen Büros in Warburg

28.08.2026

Das Netzwerk Pflegefamilien ist seit mehr als zehn Jahren in Warburg zu Hause. Nun beginnt für den Standort ein neues Kapitel: In der Hauptstraße 60 B hat das Warburger Team seine neuen Räumlichkeiten feierlich eröffnet. Sie bieten mehr Platz für die Kolleg*innen – vor allem aber neue Möglichkeiten für Beratung, Begegnung, Veranstaltungen und Besuchskontakte.

Gemeinsam mit Kolleginnen verschiedener Standorte, Kooperationspartnerinnen und weiteren Gästen wurde die Eröffnung der neuen Räume gefeiert. Mit dabei waren auch Warburgs Bürgermeister Tobias Scherf und Jugendamtsleiter Karsten Oeynhausen. Elisabeth Kohout und Stefan Tobergte begrüßten die Gäste für das Netzwerk Pflegefamilien.

Von der Hauptstraße 38 in die Hauptstraße 60 B

Die Geschichte des Netzwerks Pflegefamilien in Warburg begann 2015 – nur wenige hundert Meter vom heutigen Standort entfernt, in einem kleinen Büro in der Hauptstraße 38.

Warburg war damals der sechste Standort des Netzwerks und zugleich der erste deutlich ländlich geprägte. Ziel war und ist es, das Angebot der Westfälischen Pflegefamilien auch in der Region vorzuhalten und weiterzuentwickeln.

Inzwischen ist viel passiert: Das Team ist gewachsen, die Aufgaben sind vielfältiger geworden und der Standort begleitet Pflegefamilien in einem großen Einzugsgebiet.

Nach mehr als zehn Jahren brauchte es deshalb auch räumlich eine Veränderung.

Die Suche nach einem geeigneten Objekt sei zeitweise wie eine „Schatzsuche ohne Schatzkarte“ gewesen, berichtete Elisabeth Kohout bei der Eröffnung mit einem Augenzwinkern. Schließlich wurde das Team in der Hauptstraße 60 B fündig. Die Räume des ehemaligen Unverpackt-Ladens wurden entsprechend der Anforderungen des Netzwerks umgebaut.

Mehr als Platz für Schreibtische

Mit dem Umzug ist vor allem eines entstanden: mehr Raum für die Arbeit mit den Menschen, die das Netzwerk begleitet.

Die Beratung der Pflegefamilien findet häufig direkt in den Familien statt. Es gibt jedoch Situationen, in denen ein neutraler Ort hilfreich oder notwendig ist – beispielsweise für Beratung und Austausch, Fachgespräche, Veranstaltungen, die Beteiligung der Eltern des Pflegekindes oder für Besuchskontakte.

Für all das bieten die neuen Räume nun deutlich mehr Möglichkeiten.

Stefan Tobergte stellte in seinem Grußwort eine Verbindung her, die den Gedanken hinter den neuen Räumen gut beschreibt: So wie ein Team Unterstützung brauche, um Veränderungen gemeinsam zu bewältigen, benötigten auch Pflegefamilien ein verlässliches Unterstützungssystem für ihre anspruchsvolle Aufgabe.

Das Netzwerk Pflegefamilien des VSE NRW begleitet Pflegefamilien, Pflegekinder und Eltern des Pflegekindes auf Grundlage des Leistungsangebots der Westfälischen Pflegefamilien. Dabei geht es nicht um Lösungen von der Stange, sondern um eine kontinuierliche und fachlich qualifizierte Begleitung, die die individuelle Situation eines Kindes und seiner Familie im Blick behält.

Menschen, die verlässlich da sind

Warburgs Bürgermeister Tobias Scherf griff in seinem Grußwort einen Gedanken auf, der weit über die neuen Räume hinausweist: die Bedeutung von Bezugspersonen im Leben von Kindern.

Gerade wenn die eigene Lebensgeschichte Veränderungen und Brüche enthält, können Menschen, die Verantwortung übernehmen, verlässlich bleiben und ein Kind mit seiner Geschichte annehmen, von großer Bedeutung sein.

Scherf würdigte zudem die überregionale Arbeit des Warburger Teams. Dass die Begleitung von Warburg aus nicht an Kreis- oder Landesgrenzen endet, sei auch für die Stadt etwas Besonderes.

Mit dem Umzug in die neuen Räume rückt das Netzwerk zugleich noch einmal sichtbar mitten in die Stadt. Ein Ort, an dem Menschen miteinander ins Gespräch kommen können – ein Gedanke, den der Bürgermeister mit Blick auf die Entwicklung weiterer sozialer Treffpunkte in Warburg ausdrücklich begrüßte.

Und auch die besondere Organisationsform des VSE fand ihren Weg ins Grußwort: Eine klassische Chef*innenrolle gibt es im basisdemokratisch organisierten VSE nicht. Oder, wie es bei der Eröffnung augenzwinkernd hieß: Es gibt keine Chefin – höchstens eine Dienstälteste.

Pflegekinderhilfe braucht Fachlichkeit, Verlässlichkeit – und Geduld

Karsten Oeynhausen, Leiter des Jugendamtes, ordnete die Eröffnung in die aktuellen Herausforderungen der Jugendhilfe ein.

Pflegekinderhilfe sei eine besondere Aufgabe. Sie brauche Fachlichkeit und Verlässlichkeit – und manchmal, wie Oeynhausen betonte, „viel, viel, viel Geduld“.

Gleichzeitig steigen die Anforderungen: Unterstützungsbedarfe werden komplexer, Fachkräfte sind vielerorts schwer zu gewinnen und geeignete Pflegefamilien zu finden und dauerhaft zu begleiten, bleibt eine anspruchsvolle Aufgabe.

Gerade deshalb seien Orte wichtig, an denen gute Arbeit möglich ist und Unterstützung tatsächlich bei Familien und insbesondere bei Kindern ankommt.

Die neuen Räume bezeichnete Oeynhausen in diesem Zusammenhang als „ein sichtbares Zeichen dafür“.

Sein Dank galt den Menschen, die im Pflegekinderwesen Verantwortung übernehmen: den Pflegefamilien, den Fachkräften und den vielen weiteren Beteiligten, die gemeinsam dazu beitragen, Kindern Sicherheit, Vertrauen und gute Chancen für ihr Aufwachsen zu geben.

Veränderungen brauchen Mut und Vertrauen

Für das Warburger Team selbst ist der Umzug auch ein Moment, auf die vergangenen Jahre zurückzublicken.

Denn Wachstum bedeutet nicht nur mehr Kolleg*innen oder mehr Aufgaben. Es bedeutet auch, sich immer wieder auf Neues einzulassen: auf neue Menschen, neue Strukturen und neue Herausforderungen.

„Veränderungen bedeuten auch immer, sich auf etwas Neues einzulassen“, brachte Elisabeth Kohout es bei der Eröffnung auf den Punkt.

Dafür brauche es Mut und Vertrauen – auch das Vertrauen darauf, nicht alles allein bewältigen zu müssen, sondern Teil eines größeren gemeinsamen Projekts zu sein.

Nach den Grußworten wurde deshalb aus der offiziellen Eröffnung schnell das, wofür die neuen Räume künftig ebenfalls stehen sollen: ein Ort der Begegnung.

Bei Getränken, lecker belegten Riesenbrezeln und vielen Gesprächen kamen Gäste und Kolleg*innen miteinander ins Gespräch, besichtigten die Räume und feierten gemeinsam den nächsten Schritt des Warburger Standorts.

Seit über zehn Jahren gehört das Netzwerk Pflegefamilien zu Warburg. Jetzt haben wir mehr Raum für das, was unsere Arbeit ausmacht: Beratung, Begleitung und Begegnung.

Wir bedanken uns herzlich bei allen Gästen, Kolleginnen und Wegbegleiterinnen, die die Eröffnung mit uns gefeiert haben.

Wir freuen uns auf viele Begegnungen in unseren neuen Räumen in der Hauptstraße 60 B in Warburg.