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im Rahmen des § 27,2  SGB VIII

 

Häufig wird in der Jugendhilfepraxis immer noch nach dem „Trial and Error“-Prinzip verfahren. Nach Problemanalyse/Diagnose wird eine Maßnahme "verordnet". Wenn diese scheitert, wird eine neue Hilfe eingeleitet. Wenn auch diese sich nicht als passend erweist, folgt darauf oftmals die viel zitierte „letzte Chance“.

Wir wollen mit einer vorgeschalteten Perspektivklärung die Jugendlichen konsequent an der Gestaltung ihrer Hilfe beteiligen, um dadurch die Erfolgsquote der vereinbarten Maßnahmen zu erhöhen.

Die Zielsetzung des Angebotes der Perspektivklärung ist die Entwicklung einer auf dem Willen des Jugendlichen basierende und von allen Prozessbeteiligten getragene realistische Option für das weitere Vorgehen (Lebensort, Betreuung etc.) und die Überleitung dorthin. Diesen Optionen liegt insbesondere die möglichst genaue Beantwortung von vorangestellten Klärungsfragen zugrunde.
Angestrebt sind hier die verschiedensten Formen der Hilfen zur Erziehung, Anbindungen an therapeutische Settings und  die Nutzung vorhandener familiärer Ressourcen, je nach individuellem Bedarf und immer mit der Absicht, (weitere) Abbrüche zu verhindern. Die Überleitung erfolgt in enger Absprache mit dem zuständigen Jugendamt und dem anschließenden Hilfssystem. Die Absicherung des Ergebnisses erfolgt durch eine Nachbetreuung.

Wir machen uns gemeinsam mit den jungen Menschen auf die Suche nach ihren Stärken, Fähigkeiten und entwickeln gemeinsam Zukunftsvorstellungen und Ziele. Bei der Suche nach passenden Hilfeformen stützen wir uns unter anderem auf einen selbst entwickelten Baukasten, mit dem sich die Jugendlichen auch ohne viele Worte ein Betreuungssetting basteln können.

Wir bieten uns als verlässliche Gesprächspartner*innen an, die spiegeln, unterstützen, anregen und kritisieren. Wir thematisieren Mängel in der Grundversorgung wie z.B. Schlafplatz, Nahrung, Gesundheitsfürsorge und Finanzen und unterstützen bei notwendigen Lösungsschritten. Unsere Arbeit findet überwiegend an den Orten statt, an denen sich die Jugendlichen aufhalten. Die Gestaltung der Termine orientiert sich am Aushaltevermögen, der Konzentrationsfähigkeit und Tragfähigkeit der Beziehung und den Lebensumständen der Jugendlichen.
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Die Perspektivklärung kann parallel ergänzend zu bereits laufenden Erziehungshilfen (z.b. Inobhutnahme) oder anderen Unterbringungsformen (z.b. KJP, JVA) erfolgen.
Die Arbeit findet häufig im Spannungsfeld zwischen Autonomiefindung und Risikoverhalten der Adressat*innen einerseits und Kindes-/Jugendschutz-Aspekten andererseits statt. Die Perspektivklärung alleine kann selbst bei gutem Arbeitskontakt / guter Compliance keinen strukturellen Jugend- bzw. Kindesschutz herstellen. Dazu sind gegebenenfalls anderweitige Maßnahmen außerhalb unserer Maßnahme zu treffen.

Das Angebot richtet sich an Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene ab 12 Jahren , die z.B.

  • in unterschiedlichen Einrichtungen der Jugendhilfe gewesen sind und für die sich die bisher angebotenen Maßnahmen als nicht passend erwiesen haben.
  • die ihren Lebensmittelpunkt auf die Straße verlegt haben, Notschlafstellen und/oder Übernachtungsmöglichkeiten in einem zum Teil riskanten Umfeld nutzen.
  • legale und/oder illegale Drogen (riskant) konsumieren.
  • ihrer Schulpflicht nicht oder unregelmäßig nachkommen.
  • mit dem Gesetz in Konflikt geraten.
  • als Intensivstraftäter bei der Polizei geführt werden.
  • der Prostitution nachgehen.
  • in der Kinder- und Jugendpsychiatrie untergebracht waren.
  • im elterlichen Haushalt wohnen und deren Verbleib sowie Hilfebedarf zu klären ist.
  • keinen Kontakt zu ihrer Herkunftsfamilie haben.
  • auf keinen verlässlichen erwachsenen Menschen in ihrer Lebenswelt zurückgreifen können oder sich dem Einfluss der Eltern und/oder anderen Erwachsenen entziehen.
  • das bisherige Helfer*innensystem nicht als vertrauenswürdig und hilfreich wahrgenommen haben.
  • nicht wissen, wie und wo sie zukünftig leben wollen.
  • bisher nicht entscheiden konnten, welche Hilfe sie annehmen wollen und können.
  • die Unterstützung bei der Entwicklung und Formulierung eigener, realistischer Ziele brauchen.

Wir verstehen unser Angebot der Perspektivklärung nicht als diagnostische Beobachtung, sondern als Prozess des Überganges und als Entwicklungsphase, die keine schnellen Verbesserungen/Veränderungen der Lebensumstände garantieren kann. Je geringer bzw. kleinschrittiger die Veränderungen in dieser Phase ausfallen, desto geringer ist auch die Gefahr eines erneuten, und in der bisherigen Biografie bereits erlebten, Scheiterns.

Perspektivklärung steht für einen interaktiven, ergebnisoffenen und zeitlich nicht normierbaren Klärungsprozess, der sich stetig durch die Interaktion mit und unter Beteiligung unserer Adressat*innen weiterentwickelt. Uns geht es in erster Instanz nicht um das Benennen einer passenden Jugendhilfemaßnahme, sondern vielmehr um eine stärkende individuelle Perspektive und Ziele, an deren Entwicklung unsere Adressat*innen aktiv beteiligt werden.

 

Ihr Ansprechpartner für Anfragen ist Andreas Dohrn (0178 4705 842)

 

Unser Team:

 

  •  

    Andreas Dohrn

     

    Dipl. Sozialarbeiter

    Dipl. Sozialpädagoge

     

    0178 - 4705 842

  •  

    Jana Lopatenko

     

    B.A. Soziale Arbeit

     

    0178 - 4705 865

  •  

    Marvin Maiwald

     

    B.A. Soziale Arbeit

     

    0176 - 14705 738

  •  

    Martin Jorch

     

    B.A. Erziehungswissenschaft

     

    0176 - 14705 753

  •  

    Annika Peter
     
    Sozialpsychologie (B.A.)
    Gender Studies (M.A.)
    Soziale Arbeit/ Angewandte
    Sozialwissenschaften (B.A.)
     
    Tel. 0176 14705 723       

 

Team Parkour

-Perspektivklärung-

Hoher Wall 22

44137 Dortmund

Tel. 0231 - 13717595

Fax 0231 - 13717596

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