
Fachartikel von Jan A. Finzi: In seinem Artikel „Wohnungslose Frauen - Unsichtbar und gefährdet" in der Zeitschrift „Polizei. Wissen. Themen Polizeilicher Bildung“ Ausgabe 2/25 geht Autor Jan A. Finzi aus der Pädagogischen Beratungsstelle Ruhr/Niederrhein auf die besonderen Bedürfnisse von und Herausforderungen für Frauen in Wohnungsnot ein.
Jan Finzi zeigt auf, warum es wichtig ist, sich Frauen in Wohnungslosigkeit auch aus polizeilicher Sicht als eigenständige Gruppe anzuschauen. Wenn die Polizei mit wohnungslosen Frauen in Kontakt kommt, ist dies meist im öffentlichen Raum und damit oftmals erst in akuten Krisensituationen, denn Frauen leben häufig sehr lange in verdeckter Wohnungslosigkeit, z.B. durch Couchsurfing, kurzfristige Unterkünfte oder auch durch das Eingehen prekärer Partnerschaften.
Frauen seien häufig noch stärker von Stigmatisierung, (sexualisierten) Gewalterfahrungen und Marginalisierung betroffen als Männer in Wohnungsnot, so der Autor, und auch das Hilfesystem habe vielfach noch keine passgenauen Antworten auf die Bedürfnisse dieser Zielgruppe. So bewegten sich wohnungslose Frauen „in einem Spannungsfeld aus Schutzbedürfnis und neuer Gefährdung. Viele arrangieren sich mit unsicheren 'Schutzgemeinschaften', wodurch neue Abhängigkeiten und Gefährdungen entstehen.“
Im Artikel entwickelt Jan Finzi konkrete Handlungsperspektiven für die polizeiliche Arbeit und leistet damit einen Beitrag zur Sichtbarmachung einer oft unsichtbaren Gruppe, die von besonderen Risiken und Belastungen betroffen ist.
Bibliografische Angaben: Finzi, Jan A.: „Wohnungslose Frauen - Unsichtbar und gefährdet.“ In: Polizei. Wissen. Themen polizeilicher Bildung. Jahrgang 9, Ausgabe 2/25. Verlag für Polizeiwissenschaft.