Pressespiegel

Münstersche Zeitung  22.6.2010

 

Familienarbeit in Coerde

 

Das Ziel: Überflüssig werden

 

COERDE Stadtteilarbeit heißt fast immer: Netzwerke schaffen und tatkräftige Menschen zusammenbringen. Peter Griese vom "Frühe Hilfen"-Projekt hat genau das geschafft und dafür den Netzwerkpreis der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bekommen (BZgA). Ein guter Anlass, über Familienarbeit in Coerde zu sprechen.

Von Christian Boeckmann

 

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Die in Coerde: Peter Griese (Koordinator Präventionsprojekt Coerde) und Heike Päßler (Stadtteilbücherei) mit der "Info-Börse" für junge Familien im Stadtteil.  (Foto: Geschonke)

 

Herr Griese, der Erfolg ihrer Infobörse "Frühe Hilfen für junge Familien in Coerde" hat sich herumgesprochen. Das scheint mehr zu sein als ein Regal mit Flugblättern.
Griese: Erstens: Unser Standort seit März 2009 in der Stadtteilbücherei ist super, weil die sowieso eine Drehscheibe für Informationen ist - wir haben in Coerde schließlich kein Bürgerhaus. An der Infobörse stehen Heike Päßler von der Bücherei und ich parat. Es geht also nicht nur um das Verteilen von Handzetteln, sondern um passgenaue Hilfen: Hebammen-Angebote, Sprachkurse, Kindertagesstätten. Ein Schwerpunkt sind die Vorsorgeuntersuchungen für zwei- bis fünfjährige Kinder unter den Kürzeln U7 bis U9.

Warum sind die so wichtig?
Griese: Es geht darum, zu schauen, wie sich Kinder körperlich entwickeln, und ob Verhalten, Sprachverständnis und Aussprache altersgemäß sind. Wenn es Auffälligkeiten gibt, spricht der Arzt mit den Eltern und bietet Unterstützung an.

Wie erreichen Sie die Eltern?
Griese: Uns hilft dabei die BZgA-Kampagne "Ich geh' zur U! Und du?" - Kinder, die beim Arzt waren, bekommen dafür in der Kita ein T-Shirt. So motivieren sie andere Kinder und auch die Eltern, die "U" wichtig zu nehmen. Dafür haben wir sechs Coerder Kindertagesstätten ins Boot geholt und bislang 400 Kinder zur kostenlosen Vorsorge gebracht.

Sind die Vorsorgeuntersuchungen keine Selbstverständlichkeit?
Griese: Seit den 70er Jahren hatte sich die Teilnahme zum Standard entwickelt, inzwischen funktionieren viele "Familiensysteme" aber nicht mehr wie früher. Deshalb gibt es die BzgA-Kampagne schon seit einigen Jahren. Ziel aller "Frühen Hilfen" ist, sie möglichst überflüssig zu machen - die Menschen sollen ihr Leben wieder in die Hand nehmen.

Man kann den Eindruck haben, dass immer mehr Hilfen für ein gelingendes Leben angeboten werden müssen.
Griese: Es hat einen Generationenwechsel gegeben. Früher haben die Jungen von den Alten gelernt und umgekehrt. Heute gibt es einen Graben zwischen den Altersgruppen. In Coerde wollen wir zum Beispiel mit dem Mehrgenerationen-Spielplatz (Culmer Straße) gegensteuern oder mit den Lesepatenschaften, bei denen ältere Menschen in die Kitas gehen.

Was sind die Ursachen?
Griese: Einen Anteil haben die Neuen Medien. Als Streetworker habe ich beobachtet: Über das Internet holen sich die Leute zwar alle Arten von Informationen - verlernen aber, miteinander und über Gefühle zu sprechen.

Wohin fließt Ihr Preisgeld über 1000 Euro?
Griese: Ich habe mir schon vom Arbeitskreis Coerde eine Ideenbörse gewünscht für die Frage, wie wir beispielsweise die Arge Münster bei uns einbinden können.

 

 

22.06.2010

Kein Kind darf durchs Netz fallen

 

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Peter Griese (untere Reihe, 3.v.r.) und Heike Pässler (mittlere Reihe, 3. v. r.)
nahmen in Nienburg den Netzwerkpreis der Bundeszentrale für
gesundheitliche Aufklärung entgegen. Drei Preisträger gab es insgesamt.

 

Münster-Coerde - Peter Griese hat sich „riesig gefreut“. Heike Pässler auch. Und ganz sicher haben sich mit diesen beiden viele Kinder, Mütter, Väter, Erzieher, Sozialarbeiter und auch viele „einfache“ Bürger in Coerde gefreut. Peter Griese und Heike Pässler allerdings hatten jetzt das Vergnügen, in Nienburg an der Weser einen mit 1000 Euro dotierten Preis entgegenzunehmen: Der dritte Netzwerkpreis 2009 der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung geht an die Jugendhilfeeinheit Münster-Nord in Coerde.


Was die Juroren überzeugt hat? „Seit dem Frühjahr 2009 gibt es in der Stadtteil-Bücherei in Münster-Coerde eine Informationsbörse zum Thema ,Frühe Hilfen für Familien mit kleinen Kindern. Sie befindet sich im Eingangsbereich und besteht aus Broschüren, Faltblättern und Plakaten. Dort finden junge Familien Informationen über alle Einrichtungen, die im Stadtteil aktiv sind. Auch die Aktion der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ,Ich geh zur U! Und Du? wird in der Informationsbörse vorgestellt.“ Das „U“ steht dabei schlicht für Untersuchung.

 

Kein Wunder also, dass Heike Pässler als Bücherei-Mitarbeiterin mit zur Preisverleihung fahren durfte. Peter Griese arbeitet im Verein „Verbund sozialtherapeutischer Einrichtungen“ in Coerde und ist Koordinator für Kinder-Früherkennung-Projekte. Ihm war es im WN-Gespräch wichtig zu betonen, dass die „Jugendhilfeeinheit Münster-Nord“ in Kooperation mit dem Amt für Kinder, Jugendliche und Familien, dem Gesundheitsamt der Stadt Münster, den sechs Kindertagesstätten in Coerde und eben der Stadtbücherei mit dem Netzwerk-Preis ausgezeichnet worden ist.

Peter Griese räumt ein, dass die Idee, Broschüren in einer Bücherei auszulegen, eigentlich banal ist. Aber wie so oft im Leben: Auf die guten einfachen Ideen kommt erst einmal niemand - die Coerder schon! Eine Bücherei ist ein idealer Ort, um Menschen anzusprechen. Eine Hemmschwelle, sie zu betreten, gibt es nicht. Die Informationsbörse der Stadtteil-Bücherei kann von allen Bewohnern und Fachkräften in Coerde genutzt werden. Sie gibt Auskünfte über pädagogische und gesundheitliche Themen und eignet sich auch als Plattform für allgemeine Informationen über den Stadtteil. Griese: „So fördert sie den Austausch unter den Besuchern und führt Kinder schon früh an das Angebot der Bücherei heran.“

Die Früherkennungs-Aktion der Bundeszentrale sei wie geschaffen für „unsere Infobörse, die sich an junge Familien richtet. Die Materialien eignen sich hervorragend, um bei jungen Müttern und Vätern Interesse für die Früherkennungsuntersuchungen zu wecken. Neben der Familienolympiade oder Präventionsangeboten vor und nach der Geburt und weiteren Angeboten ergänzt die Aktion unsere Erziehungs- und Gesundheitsinformationen aufs Beste“, lobt Peter Griese. Kein Kind soll durchs Netz fallen.

400 Kinder in den Kindertagesstätten (Awo-Familienzentren Marderweg und Nerzweg, Kita am Edelbach, DRK-Kita an der Meerwiese, Familienzentren Andreas-Kindergarten und St. Norbert) haben die Früherkennungsuntersuchungen besucht und T-Shirts erhalten. „Durch die gezielte Ansprache der Eltern wurden bei vielen Kindern die Untersuchungstermine noch eingehalten“, sagt Griese.

VON BETTINA LAERBUSCH, MÜNSTER

 


 

 

 

 

 

 

 


29.01.2010

Bahnhof: Alles hängt an den Kosten

Bezirksbürgermeister Joachim Schmidt


Bezirksbürgermeister Joachim Schmidt

Münster-Hiltrup - Offene Fragen gibt es mehr als genug: Was kostet die Sanierung des Hiltruper Bahnhofes, wenn man die Bedürfnisse des Verbundes sozialtherapeutischer Einrichtungen (VSE) zur Grundlage nimmt? Sind es 750 000 Euro, eine Million Euro oder gar 1,5 Millionen Euro? Und wie hoch sind die etwaigen Betriebskosten für die Stadt Münster, wenn der VSE als sogenannter Ankermieter in das Bahnhofsgebäude zieht?


Fakten müssen auf den Tisch. „Ohne diese Fakten kommen wir nicht weiter“, sagt Bezirksbürgermeister Joachim Schmidt und hat daher Vertreter des VSE sowie den Geschäftsführer des städtischen Wohnungsunternehmens, Wohn- und Stadtbau, Klemens Nottenkemper, zu einem Gespräch mit den Spitzen aller Fraktionen in der Bezirksvertretung Hiltrup eingeladen.


Schmidt lässt keinen Zweifel daran, dass es von Zahlenwerken und Berechnungen abhängt, ob das bislang einmütig von der Bezirksvertretung Hiltrup favorisierte Projekt, den VSE im Bahnhofsgebäude anzusiedeln, eine Zukunft hat. „Das muss sich rechnen lassen“, stellt Schmidt angesichts der Finanzlage der Stadt Münster klar und geht sogar noch einen Schritt weiter: „Wir müssen sparen. Wenn die Kosten aus dem Ruder laufen, dann wird es eben nichts.“

Was Schmidt verwundert hat: „Niemand hat bislang gerechnet.“ Dabei wird das Projekt seit Sommer 2009 öffentlich diskutiert. Zur Erinnerung: Deshalb mochte der Bezirksbürgermeister jüngst beim Gespräch am Bahnhof der Stadtkämmerin nicht glauben, dass noch keinerlei Zahlen auf dem Tisch lägen.

Mittlerweile habe er die aktuellen Pläne und Berechnungen des VSE vorliegen, teilte Schmidt mit. Nun müsse die Wohn- und Stadtbau rechnen.

Sollte das nicht weiterführen, müsse man über zwei weitere Varianten nachdenken, so Schmidt. Etwa über den Abriss des Bahnhofs oder über die Vermarktung des Bahnhofes im Zuge einer Neuordnung des Bahnhofsumfeldes.

Schmidt deutete zudem an, dass er möglicherweise zu einer öffentlichen Veranstaltung einladen wolle, um die Meinung der Hiltruper Bevölkerung zum Bahnhofsgebäude und dessen Umfeld zu erfahren.

 

 

Westfälische Nachrichtem vom 18.01.2010

 

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Westfälische Nachrichten vom 16.01.10

 

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Münsterische Zeitung 22.01.2010

 

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