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Perspektivklärung

im Rahmen von § 27 SGB VIII

 

Häufig wird in der Jugendhilfepraxis immer noch nach dem „Trial and Error“-Prinzip verfahren. Nach Problemanalyse/Diagnose wird eine Maßnahme "verordnet". Wenn diese scheitert, die nächste. Die berühmte Frage nach der "Mitwirkungspflicht". Und dann die viel zitierte „letzte Chance“… Wir wollen mit einer vorgeschalteten Perspektivklärungsphase die Jugendlichen konsequent an der Gestaltung ihrer Hilfe beteiligen, um dadurch die Erfolgsquote der vereinbarten Maßnahmen zu erhöhen.

 

Unser Angebot richtet sich an Jugendliche ab 14 Jahre, die

  • in unterschiedlichen Einrichtungen der Jugendhilfe gewesen sind und für die sich die bisher angebotenen Maßnahmen als nicht passend erwiesen haben.
  • schon längere Zeit auf der Straße leben und/oder sich in bestimmten Szenen bewegen (Drogenszene, Prostitution, o.ä.) und noch nicht bereit, sind sich daraus zu lösen.
  • auf keinen verlässlichen erwachsenen Menschen in ihrer Lebenswelt zurückgreifen können.
  • nicht wissen, wie und wo sie zukünftig leben wollen.
  • bisher nicht entscheiden konnten, welche Hilfe sie annehmen wollen und können.
  • Unterstützung bei der Entwicklung und Formulierung eigener, realistischer Ziele brauchen.
  • aufgrund einer Vielfalt von Konflikten, sporadisch oder dauerhaft, ihr Elternhaus verlassen bzw. sich dem Einfluss der Eltern und/oder anderen Erwachsenen entziehen.

Diesen Jugendlichen bieten wir eine Klärungsphase an, in der sie sich mit unserer Hilfe auf die Suche machen können nach ihrer persönlichen Lebensperspektive.


Betreuung in der Perspektivklärungsphase bedeutet Begleitung im Suchprozess und orientierende Hilfestellung bei der (oft mühsamen) Herausarbeitung von Zielen des jungen Menschen, die in einer darauf folgenden Jugendhilfemaßnahme kleinschrittig umgesetzt werden können. Wir bedienen uns ressourcenorientierter Methoden und binden das Umfeld ein, sofern das für den Jugendlichen in Ordnung ist. Bei der Suche nach passenden Hilfeformen stützen wir uns auf einen selbst entwickelten und stetig wachsenden Betreuungs-Baukasten, mit dem sich die Jugendlichen auch ohne viel Worte ein Betreuungssetting basteln können, das sie sich vorstellen können.

 

Perspektivklärung selbst kann keinen Schutz gewährleisten, ist aber zusätzlich zu Inobhutnahme oder dem Aufenthalt in einer Notschlafstelle möglich.


Anforderungen von Außen treten in dieser Phase in den Hintergrund. Sie werden jedoch in dem Suchprozess aufgegriffen und bei der Erarbeitung und Überprüfung der Ziele auf ihre realistische Umsetzbarkeit berücksichtigt.


Der ergebnisoffene und zeitlich nicht normierbare Prozess ist beendet

  • nach einer erfolgten Zielformulierung des jungen Menschen, die in kleine Handlungsschritte umsetzbar ist,
  • wenn notwendige Hilfen und Unterstützungspotentiale benannt werden können,
  • nach Einleitung der vereinbarten pädagogischen, therapeutischen oder sonstigen Maßnahmen,
  • wenn in der Hilfeplanung eine Beendigung vereinbart wird.

Das Angebot erfordert eine besonders enge und rollenklare Zusammenarbeit mit den zuständigen Jugendämtern. Es richtet sich daher an Allgemeine Soziale Dienste,

  • die den Kontakt zu Jugendlichen verloren haben.
  • die nicht wissen, was dem/der Jugendlichen angeboten werden kann.
  • die aufgrund der Arbeitsdichte nicht die Zeit für aufwändige, schwierige Clearingprozesse haben.
  • die nach verschiedenen HzE-Maßnahmen den „Trial and Error"-Kreislauf durchbrechen wollen.
  • die aufgrund ihrer Rolle von den Jugendlichen nicht als vertrauensvoll und hilfreich wahrgenommen werden können
  • die sich auf einen ergebnisoffenen Prozess einlassen können.
  • die sich auf längere Prozesse einlassen können, die keine schnellen Verbesserungen/Veränderungen der Lebensumstände beinhalten.
  • die engmaschig und arbeitsteilig mit den Kolleg*innen der Perspektivklärung zusammenarbeiten wollen.

 

Die Perspektivklärung bieten an:

  •  

    Andreas Dohrn

     

    Dipl. Sozialarbeiter

    Dipl. Sozialpädagoge

     

    0178 - 4705 842

  •  

    Jana Lopatenko

     

    Sozialarbeiterin (BA)

  •  

    Markus Sachs

     

    Sozialarbeiter (BA)

     

    0178 - 4705 226